Hundenamen spiegeln die Haltung des Menschen zu seinem Vierbeiner

Nun hat es die Wissenschaft bewiesen - Hundenamen spiegeln die Haltung des Menschen zu seinem Vierbeiner durch die Zeit. Die Mainzer Germanistik-Studentin Eva Schaab hatte 1000 Hundebesitzer befragt und mit den Namenslisten aus den Jahren 1909 und 1917 verglichen. "Es kommt mir so vor, als soll der Hunde heute Spiegel der Persönlichkeit des Menschen sein. Der Mensch will zeigen wie lustig und einfallsreich er ist", so die Autorin. Auffällig ist, dass heute die Hunde Ben, Sally, Sam  usw. heißen, also Menschennamen haben und dies in einer Vielfalt, dass von 1000 Namen  500 einzigartig waren. Neu ist, dass Hunde auch Namen von alkoholischen Getränken wie Jim Bean, Wodka, Asti und Chianti bekommen. Es sterben also Bello, Rex und Waldi aus!

"Ciao Bello" in Spiegel Online am 13.01.2012

 

 

Die typischen deutschen Hundenamen sind vor allem durch das 20 Jahrhundert geprägt, in der der Hund immer mehr den Platz eines Familienmitglieds eingenommen hat. Früher waren Gebrauchshunde oft ohne Namen oder vielleichtmit  einem Namen versehen, der seinen Einsatz ("Packer") oder  sein Aussehen ("Schwarzer") beschrieb.

Der typisch deutsche Schäferhund, den man aus seiner Jugend unter den Namen Rex kannte und letztendlich durch die Krimiserie "Kommisar Rex" geprägt wurde, ist ja erst eine Entwicklung des frühen 20. Jahrhunderts. Den Standard des Deutschen Schäferhundes legte Freiherr von Stephanitz fest, dem es um Gelehrigkeit, Tapferkeit und Treue seiner Hunde ging. Mit der Zucht des Deutschen Schäferhundes stand Stephanitz an vorderster Front der Deutsch-konservativen und mit dem Zusammenbruch des Kaiserrreichs, der Nationalsozialistischen Bewegung. „Auch Hundezucht steht in Beziehung zum Vaterlande, soll diesem dienen vaterländische Empfindungen zu fördern, dazu sollte sich heute aber erst recht jeder Deutsche berufen fühlen.“ (1903) Weiter geht es im Buch „Der deutsch Schäferhund in Wort und Bild“ „Dass ein deutscher Züchter deutsche Hunde mit deutschen Namen wählt, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Deutsche Helden- und Rittersagen, deutsche Märchen, deutsches Lied und deutsche Geschichte bieten dem suchenden Züchter wunderbare Rufnamen. (Fluß, hurtig, kühn, Stolz, Treu, Zorn) Stepanitz selbst nannte seinen Stammvater er allerding Hector Linksrhein. Hier machte sich wohl eine humanistische Bildung mit altgriechischen Einschlag bemerkbar.

Nach dem Weltkrieg und dem aufstrebenden Medium Fernsehen, wurden Hunde selbst zum Helden. So der Schäferhund Rin Tin Tin, der eher die Namensgebung in Amerika prägte. Mit  Lassie aber kam ein Hund auf den Bildschirm, ein Hund dessen Name die gesamte westliche Hundewelt prägte. Der Hund war nicht mehr nur der treue Kamerad des Helden, sondern der Held selbst. Lassie lehrte uns Loyalität, Liebe und Opferbereitschaft. Für Millionen von Menschen wurde dieser Collie zu Musterbeispiel für Werte und Tugenden innerhalb der Familie.

Ganz anders war das Verhältnis der Mensche in der Antike zu ihren Hunden und dementsprechend ihre Namenswahl.

In Ägypten schwankte man zwischen Ablehung der großen Pariarudel, die sich um die Siedlungen befanden  und enormer Wertschätzung vor allen der Jagdhunde in gehobenen Kreisen. Schon zur Zeit des Cheops zeigte sich die große Wertschätzung des Hundes in einer Inschrift, in der der König das Begräbnis des Hundes Abutju mit allen rituellen Zeremonien angeordnet hatte, die einem großen Mann in Ägypten zugestanden wurde. „Der Hund, der der Bewacher seiner Majestät war. Sein Name war Abutju." so stand es im Grabrelief. Abutju war wohl Lieblingshund des Pharaos, der ihn überall hinbegleitete und auch beschützte. Von der Grabstele des Fürsten Antef II. (11.Dyn) wissen wir, dass Jagdhund Namen bekamen, die auf das Wild hinwiesen, das sie jagen sollten, also Gazelle, Ziege usw. Einige Namen deuten daraufhin, dass es sich um Hunde aus dem Ausland, in diesem Falle aus demLybischen Raum handelte, denn der Hund hieß Abakar, eine ägyptische Übersetzung   aus dem Lybischen abaikur=Hund. So zeigte sich schon für diese Zeit, dass gute Jagdhunde wertvolle diplomatische Geschenke waren oder gar wertvolle Handelsware. Häufig finden sich auch recht schlichte Namen, wie "Der Schwarze" in den Grabreliefs, ein Merkmal, dass sich für Jagdhunde durch alle Zeiten feststellen lässt. Auch in Spanien heißen Hunde in den Jagdmeuten oft, Canela "Die Zimtfarbene", Negrito "der Schwarze", Tigre "Der Gestreifte" oder Barbas "der Bärtige".

In den Fachbücher über die Jagd, haben auch griechische Schriftsteller darüber berichtet, wie man gute Jagdhunde nennen soll.   Xenophon (400 v.) beschrieb sehr genau die Merkmale eines guten Jagdhundes und vermerkte, dass sie auch Namen haben wie Packan, Würger oder Töter, die ihre jagdlichen Eigenschaften unterstrichen, erhalten sollten. 

Ovid legte bei seiner Beschreibung, wie die Jagdhundemeute  ihren Herrn Aktion zerfleischt, sehr viel Wert auf die Namen der Hunde sowie ihr Aussehen und ihre Eigenschaften. „Gibt Melampus zuerst und Ichnobates, trefflich im Spüren, dieser von gnosischem Stamm, von spartanischer Rasse Melampus. Flüchtiger rennen herbei als sausende Winde die anderen: Pamphagus, Dorceus auch und Oribasus, Arkader alle; Theron grimmig und wild, mit dem starken Nebrophonos Laelaps, Petrelas hurtig im Lauf und die scharf auswitternde Agre und von dem Eber gehauen unlängst, der kecke Hylaeus, Nape, gezeugt vom Wolf und Poemenis, welche den Schafen achtsam folgt, und begleitet von zwei Söhne, Harpyia. Ladon dazu mit schmächtigem Bauch, sicyonischer Herkunft, Canace, Dromas sodann Sticte und Tigirs und Alce, Asbolos schwarz von Haar und Leucon mit schneeigen Zotten. Lacon rüstig an Kraft und stark im Rennen. Aello, Thous und flink und behend mit dem cyprischen Bruder Lycisce und an der dunklen Stirn mit schneeiger Mitte gezeichnet, Harpalos. Melaneus auch und Lachne mit struppigem Leibe. Labros, Agriodos dann, die Söhne der laconischen Mutter, vom Dictaeer gezeugt, und mit gellender Stimme Hylactor, und viele andere dazu. ...“

Die Namen weisen hierbei eine Mischung aus Menschennamen und beschreibenden Namen auf. Bis in die Neuzeit zeigt sich hier die Trennung vom reinen Gebrauchshund, der nur beschreibende Namen erhält und Hunden, die eine größere Nähe zum Menschen hatten. Diese Hunde entwickelten für den Menschen eine Persönlichkeit und erhielten dann oft Menschennamen . So hatten auch die Hunde der Hirten in der Weihnachtsgeschichte einen positiven Aspekt, da sie Zeugen der Geburt Christi wurden und bekamen in Spanien eigene Namen, nämlich Cubilon, Lubina und Melampo.

Das sind nur einige Beispiel aus der Historie ... die Untersuchung von Hundenamen in der Geschichte wäre eine spannende, wenn auch aufwändige Aufgabe.

 

 

 

 

Mein "Goya" als spanischer Windhund bekam er den Namen des spanischen Künstlers "Francisco di Goya" und  spiegelt somit meine Liebe zu diesen spanischen Hunden und meiner Liebe zur Kunst.