Künstler und ihre Hunde

 

Die kreative Kraft, die das Geschöpf „Hund“ erzeugt, haben Künstler in unterschiedlichster Art für ihre Werke genutzt. Lange Zeit verkörperte dabei der Hund nur die Rolle des Beiwerks - symbolischen Avatars oder Statusobjekts und wurde, wenn er einen persönlichen Bezug zum Künstler hatte, oft nur in privaten Bildern als Individuum dargestellt. Erst zeitgenössische Künstler haben ihren treuen Begleiter auf Leinwand festgehalten und ihm den selben Porträtstellenwert wie dem Menschen zugestanden. David Hockney widmete seinen Dackeln Stanley und Boodgie ein eigenes Buch und Georg Baselitz hat in einer Hundeserie seine Dogge Bruno in den Mittelpunkt gestellt. Als Danksagung schenkte Horst Jansen seinen Freunden Bilder ihrer Hunde, in denen er neben der einfühlsamen Naturbeobachtung des Individuums Hund gleichsam noch seine Zuneigung einfließen ließ.

Einige Hundeporträts haben Künstler immer wieder zu Rezeption bewegt. So hat Baselitz das Bildnis des berühmten Maltheser Hündchen „Tama“ neu interpretiert, das sowohl von Manet als auch Renoir in verschiedenen Bildern der Nachwelt konserviert wurde. Er hat so einer langen Bildtradition den Eintritt in die Gegenwart ermöglicht. Ähnlich geht Nadine Maria Rüfenacht vor, die ihre Whippets in Stillleben integriert, die an die Tradition des 17. Jahrhunderts erinnern und so in ihren künstlerisch überhöhten Fotografien dem Memento Mori einen ganz neuen Stellenwert im 21. Jahrhundert verleiht.

So wurde der Hund zur umfassenden Projektionsfläche für alle Fragen, Belange, Assoziationen und Aussagen, die sich Künstlern in der Auseinandersetzung mit der von Menschen dominierten Welt aufdrängen.

Die Vorträge können auch zu Seminarthemen vertieft werden.